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Kürzlich, bei einer Online Netzwerkveranstaltung, sagt mein Gesprächspartner zweimal: „Es ist sich nicht ausgegangen“. Mein aktiver Wortschatz hatte diese bayerische Redewendung vergessen. Später fluten Fragen in mein Hirn. Wo ist das Subjekt hingekommen? Ist „Es hat nicht sollen sein“ eine adäquate Übersetzung? Schicksalsgläubig oder fatalistisch? Resignativ oder realistisch? Während ich denke, zerteile ich einen Kopf…
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Ich schaue aus dem Fenster. Die Welt draußen ist von Reif überzogen und weil sich in diesem Moment zum ersten Mal seit längerem die Sonne blicken lässt, glitzert es adventlich zauberhaft. Vor ein paar Tagen musste ich aufgrund der anhaltenden Kälte meinen Freudepalast räumen, das ist mein kleines Bürohaus, ein umgebauter Schuppen, der sich bei…
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Im Wald konnte ich vor einiger Zeit einen Skarabäus beobachten. Er rollte seine dunkle Kugel, sie wurde größer mit jeder Umdrehung, schließlich rutschte er von ihr ab. Verharrte einen Moment neben dem Zwischenergebnis seiner Arbeit. Perspektivwechsel. Draußen ist der November grau, windig und nass. Erst in den letzten Tagen hat er sich auf die ihm…
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Letztens saßen wir in der kleinen Küche um den großen Tisch mit Suppe und Wein. Am späteren Abend sagte eine Freundin, es hat schon einen Grund, dass wir zusammengefunden haben. Als ich in den nächsten Tagen darüber nachdenke, fällt mir ein Roman ein, an dessen Titel und Autor ich mich nicht erinnere. Die Geschichte spielt…
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Für mich ist Stille etwas Großartiges. Stille ist der Rahmen, in dem die Welt sich entfaltet. Töne und Klänge sind nur deshalb zu hören, weil sie sich abheben vom Nicht-Ton und Nicht-Klang. Wenn alle schreien, kann niemand etwas verstehen. Wenn die Lüfte ständig voller Geräusche wären, wie würden wir dann miteinander kommunizieren? Der Abenteurer Erling…
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Der Oktober liegt glatt und freudig vor mir. Ich bin erwartungsfroh und kann nicht sagen, warum. Vielleicht, weil ich Geburtstag habe in diesem Monat. Vielleicht, weil der Oktober oft als golden bezeichnet wird. Die Möglichkeit, Licht einzusammeln, bevor wir uns in die zunehmende Dunkelheit hinein drehen. Die Kürbisse sind rot und golden und grün-bunt und…
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Meine Großmutter väterlicherseits wurde 1899 geboren. Als sie starb, stand die 20 vorne. Das 20. Jahrhundert hat die größten und schnellsten technischen und technologischen Fortschritte erlebt. Am Anfang Pferdekutschen. Am Ende Internet Imperien und die Sorge, ob die Welt den Wechsel ins 3. Jahrtausend der Zeitrechnung nach Christi Geburt gut überstehen werde. Erinnert sich noch…
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Es war dunkel, wahrscheinlich hat es geregnet und kalt war es sicher auch. Istanbul ist keine sonderlich warme Stadt im Winter. Der Orient Express steht zur Abfahrt bereit. Die Schaffner weisen die Passagiere zu ihren Plätzen und haken ihren Namen auf einer Liste ab. Ich fahre gerne Zug, und seit ich die Bahnhofszene aus dem…
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Unser Lateinlehrer war vor allem ein Philosoph. In der griechischen Antike fühlte er sich noch mehr zu Hause als im alten Rom. Er war dicklich, rosig, mit etwas längerem grau-weißen Haar, und eine Mitschülerin war der festen Überzeugung, man könne ihn nicht fotografieren, weil er ein echter alter Römer sei, der nur als Geist unter…
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Im Münchener Haus der Kunst verschwinden Menschen. Sie wehren sich nicht und lassen es geschehen, wenn der Nebel sie verschluckt. Der Nebel, der drinnen aus einem raumgreifenden rechteckigen Becken aufsteigt, dessen Fläche die irisierenden Fensterscheiben spiegelt, die hoch oben in die Decke eingelassen sind, und gleichzeitig Nebelfetzen zeigt, die vorüberziehen und verschwinden. Draußen gleitet der…