Anstiftung zur Freude #31

Letztens war ich seit längerem wieder im Wald. Die Hitze, meine Bewegungsfaulheit und Geschichten über blutrünstige Bermsenhorden hielten mich von einem Besuch ab. Als ich mich dann morgens aufmachte, war der Wald so ganz anders, als meine Erinnerung an ihn.

Der Wald war licht und weit, irgendwie aufgeräumt. Es kann sein, dass das Unterholz ausgeräumt worden war. Allerdings ist die Erinnerung eine unzuverlässige Ratgeberin, die nie die Wirklichkeit abbildet. Sie belichtet einen individuellen Ausschnitt meiner Wahrnehmung, fügt hinzu, lässt weg, mischt mit anderem Erleben. Jedenfalls: im Wald war es schön!

Ein paar Tage später hole ich eine Postkarte aus meinem Briefkasten. Wer schreibt mir? „Love ist the Message“ steht auf der Karte. Ich drehe sie um und sehe: Ich selbst habe mir geschrieben. Am Ende einer Netzwerkveranstaltung in München wurden wir eingeladen, Karten an uns zu schicken. Die Veranstalterinnen haben sie frankiert und irgendwann zur Post gebracht. Das hatte ich völlig vergessen.

Meine Botschaft an mich?

„Danke, dass du tust, was du tust. You rock it!“

Das ist auch etwas, das ich oft vergesse, worin meine Erinnerung mich trügt: was ich auf die Beine stelle. Dass ich konsequent bin mit dem, was ich tue. Dass ich wirklich glaube, mein freudiger Beitrag in der Welt macht einen Unterschied. Zu oft verbündet sich die Erinnerung mit dem nörgeligen Selbst. Mit dem Gefühl, dass es noch nicht reicht oder eh sinnlos ist. Etc.

Ich habe mich so gefreut über meine Karte an mich! Über den Zuspruch und die Wertschätzung.

Das ist meine Anstiftung für diese Woche: finde die Spuren dessen, was du an dir wertschätzt. Bedanke dich freudig, dass das echt super ist, was du machst. Erinnere dich, was du in deinem Leben schon alles auf die Beine gestellt hast. Nicht im Sinne von Leistung. Im Sinne von Erfüllung.

Vielleicht schreibst du eine Karte an dich und gibst sie einer Freundin/einem Freund, damit die sie irgendwann zur Post bringen.

Schreib in den Kommentar, was du gefunden hast!

Außerdem: falls dir die Anstiftung ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat und dir danach ist, kannst du mich auf einen Kaffee einladen über meine virtuelle Kaffeekasse. Das zaubert mir dann ein Lächeln ins Gesicht. Die Kaffeekasse steht auf der Plattform ko-fi.com. Kofi verschenkt nicht nur einen freundlichen Regen von Herzen und Tassen an die Spendenden. Sondern nimmt keine Gebühren für Spenden. #freundlicheökonomie.

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