Mee and the Bees

Manche Menschen sind noch ganz klein, wenn sie anfangen, die Welt zu verändern.

Als sie 4 ½ Jahre alt war, wurde Mikaila Ulmer innerhalb einer Woche zweimal von einer Biene gestochen.

Heute ist sie Geschäftsführerin eines Unternehmens, das mit Honig gesüßte Biolimonade herstellt und vertreibt, hält Vorträge und veranstaltet Schulungen. 10% der Nettoeinnahmen kommen ihrer in 2016 gegründeten Stiftung „Gesunde Bienenstöcke“ Healthy Hives zu Gute.

Alles, was sie außerhalb der Schule tut, dreht sich um Bienen und die Frage, wie wir Menschen zum Erhalt und der Gesundheit der Bienenvölker beitragen können.

Mikaila ist erst 16 Jahre alt (2020). Wenn du ein bisschen rechnest, stellst du fest, Mikaila war bei Gründung ihrer Stiftung 12. Ein Jahr vorher hatte sie eine Einladung  in die Sendung „Shark Tank“ erhalten (entspricht „Die Höhle des Löwen“) und einen Investor für ihr Biolimonaden Projekt gewonnen.

Du bist vielleicht nervös, wenn du vor anderen Menschen sprichst, aber nervös zu sein bedeutet, dass die Sache dir wichtig ist.
Mikaila Ulmer

Als sie 4 1/2 Jahre alt war, hatte Mikaila nach den sehr schmerzhaften Begegnungen mit den zwei Bienen eigentlich niemals wieder in ihrem Leben nach draußen gehen wollen. Wie es anders kam?

Die Eltern trösteten ihre Tochter und schlugen ihr vor, bevor sie nie mehr nach Draußen ging, doch Bienen erst einmal besser kennen zu lernen. Mikaila fing an, Bienen zu studieren. Und begriff schnell: Bienen sind von zentraler Bedeutung für unsere Ernährung. Und sie sind gefährdet. 

Also wollte sie etwas für Bienen tun. Sie beschloss, Geld zu verdienen und fing an, Limonade zu verkaufen.

In den USA ist der Betrieb kleiner Limonadenstände durch Kinder so etwas wie eine Tradition. In Austin, Texas, der Heimatstadt von Mikaila, wird sogar alljährlich ein Limonadentag veranstaltet. An so einem Limonadentag fing alles an. Mit ein paar Gläsern Limonade, und mit dem Rezept aus dem Kochbuch der Urgroßmutter.

Irgendwann kam ein Restaurantbesitzer vorbei, der sagte: „Deine Limonade ist so gut. Wenn du sie in Flaschen abfüllst, verkaufe ich sie meinen Gästen.“

Am Ende wurde Mikaila sogar ins Weiße Haus eingeladen, zu einem Staatsempfang für Kinder, die sich um das Gesundheitsbewusstsein anderer Kinder verdient gemacht hatten. Ehrlich gesagt, ich glaube, diese zwei Bienen waren Engel in Verkleidung.

Ohne die Stiche hätte Mikaila sich niemals so intensiv mit Bienen beschäftigt. Ohne ihre Beschäftigung mit Bienen hätte sie nicht etwas geschaffen, was sich bereits jetzt als ihr Lebenswerk beschreiben lässt.

Mikaila mag noch viel und etwas ganz anderes in ihrem Leben auf die Beine stellen. Dennoch: selbst wenn sie jetzt anfinge, wie ein ganz normales Teenager Mädchen zu leben, das sich um Jungs und Kleidung und ein bisschen auch um die Schule kümmerte, hat sie bereits jetzt sehr viel dazu beigetragen, dass sich Menschen bewusster mit Umwelt, Ernährung und der Lebenssituation der Bienen auseinandersetzen, und tausende von Leben beeinflusst.

In der verrückten Zeit des meteorhaften Aufstiegs
unserer Marke pflegte meine Mutter zu sagen:
Wir bauen ein Schiff, während wir es segeln.
Mikaila Ulmer

Ich habe Mikaelas Geschichte in dem Buch „Bee Fearless – Dream Like a Kid“ gelesen, das gerade erschienen ist. Ehrlich gesagt, die Geschichte hat mich ziemlich umgehauen vor lauter Begeisterung. Ich habe viel darüber nachgedacht, was Kinder alles in Bewegung bringen können, wenn Erwachsene ihnen zuhören und sie ermutigen, ihre Träume zu Leben. Wir sehen immer wieder Kinder und Jugendliche, die sich in außerordentlicher Weise engagieren. Ich glaube, sie zeigen uns das Potential, das allen Menschen inne wohnt. Jeder und jede kann etwas dazu beitragen, dass unsere Welt ein noch besserer Ort wird. Im eher Kleinen oder im eher Großen.

Wenn du von einer Biene gestochen wirst,
fürchte dich nicht vor Bienen.
Mache Limonade.
Mikaila Ulmer

Ich möchte dich zu einer kleinen Übung einladen:

Nimm dir für 1 Woche vor, jeden Tag etwas zu tun, das unsere Welt zu einem noch besseren Ort macht.

Was fällt dir dazu ein? Was könntest du tun? Fang klein an, du brauchst täglich nur ein paar Minuten.

Als erstes richte dich jeden Tag morgens aus auf den Vorsatz, etwas zu tun, das die Welt zu einem noch besseren Ort macht.

Dann plane, was du tun wirst.

Ein paar Vorschläge:

Sei besonders freundlich und liebevoll zu einem nahestehenden Menschen.

Spenden schöne Dinge, die du nicht mehr brauchst, an Oxfam, Sozialkaufhäuser oder eine entsprechende lokale Einrichtung.

Kaufe beim Bäcker einen zweiten Kaffee oder ein zweites belegtes Brötchen und verschenken das an Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben.

Lächeln die Menschen an, denen du begegnest.

Bedanke dich öfter bei Familienmitgliedern, Kolleg*innen, Freund*inen.

Besuche jemand, ruf jemand an, der/die Zuspruch und Gesellschaft brauchen könnten.

Füttere Wildvögel.

Für weitere Inspirationen: wirf einen Blick in das dtv junior Buch „50 kleine Revolutionen, mit denen du die WELT schöner machst“.

Wichtig:

Handle nicht aus einer gönnerhaften Haltung heraus, nach dem Motto, was bin ich wieder toll in meinen sozialen Aktivitäten gegenüber denjenigen, die es nötig haben. Sei dir bewusst, dass du in all dem, was du tust, um die Welt zu einem noch besseren Ort zu machen, in erster Linie dich selbst beschenkst. Erwarte nicht Dank oder Anerkennung. Die Welt wird nicht zu einem noch besseren Ort, wenn wir unseren Beitrag mit einer Forderung verbinden.

Nach 1 Woche und vielleicht auch täglich:

Setz dich für ein paar Augenblicke hin und reflektiere über die Übung. Wie hat sie sich angefühlt? Was ist dir aufgefallen? Was hat sich verändert im Lauf der Woche? Mach dir Notizen.

Viel Spaß
Herzliche Grüße
Eva Scheller

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.